Baustellenmonitor

Als die Baustellentätigkeiten 2014 immer mehr wurden, sich weitere ankündigten, versuchte der OIV, die geplanten Aktivitäten transparent zu machen.

Gemeinsam mit dem OV der Partei Die Grünen wurde eine Informationsveranstaltung zu den Bauarbeiten des ZKE durchgeführt. Die vorgestellten Projekte wurden im Anschluss im Kaltnaggischer Schaufenster und auf der Webseite des OIV veröffentlicht. 

Kaltnaggischer Baustellenmonitor 2014

Mittlerweile haben sich viele der Pläne deutlich zeitlich verschoben.

Nachfolgend werden wir die bekannt gewordenen Pläne aktualisieren.

 

Pläne des ZKE zu Kanalbauarbeiten am Bärenbach (Mai 2018)

Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) der Landeshauptstadt Saarbrücken hatte zum 15. Mai die Anwohner der Markt- und Karlstraße sowie davon abgehende Straßenzüge zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Grund waren die anstehenden Kanalbauarbeiten entlang des Bärenbachs in Herrensohr.

Seit über 20 Jahren wird bereits an der Entflechtung des Abwassers vom fließenden, aber verrohrten, landläufig „Bärenbach“ genannten Gewässer zwischen Markt- und Karlstraße geplant. Derzeit entwässern die jeweils talseits gelegenen Grundstücke von oberer Markt- und Karlstraße in dasselbe Rohr, durch das der Bärenbach in Richtung Wiesental in den Hauptkanal fließt. Ja, sogar die Abwässer der Thullenhaus- und westlichen Jägerstraße mit ihren Nebenstraßen werden derzeit durch ein Privatgrundstück in den Bärenbach geführt. Besondere bauliche Herausforderungen entlang des Kanals sind die Unterquerung des Bahndamms und die schwer zugängliche Lage des Rohres fast durchgehend auf Privatgrundstücken. Nur um eine Idee von den administrativen Schwierigkeiten bei der Planung zu bekommen sei angemerkt, dass bis heute die Kategorisierung als „fließendes Gewässer“ und damit die Zuständigkeiten nicht vollständig geklärt sind. 

Bei einer Untersuchung des Kanalzustands durch den ZKE wurde vor einigen Jahren festgestellt, dass Teile des Rohres einsturzgefährdet sind, sodass dringender Handlungsbedarf besteht. Daher hat der ZKE die Initiative ergriffen und verschiedene Szenarien auf ihre Machbarkeit hin überprüft. 

In der Informationsveranstaltung am 15. Mai 2018 stellten der Abteilungsleiter Projektmanagement/Objektplanung, Dipl.-Ing. Alexander Becker und der Leiter Kanalbetrieb Dirk Andres den derzeitigen Zustand des Rohres dar und präsentierten die bislang diskutierten Alternativen. Dabei war es dem ZKE besonders wichtig, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, um Verständnis für die Baumaßnahmen zu erzeugen, aber auch um zu erfahren, welche Alternative bei den Anwohnern auf größere Akzeptanz stößt. Präsentiert und diskutiert wurden folgende Alternativen:

  • Entflechtung von fließendem Gewässer und Abwasser mit Neubau von zwei parallel verlaufenden Rohren im Bereich obere Markt- und Karlstraße. In dieser Variante würde ein neues Rohr das Abwasser an der Stelle des aktuellen Bachverlaufs aufnehmen. Direkt daneben würde ein weiteres Rohr den Bärenbach führen. Diese Variante würde bedeuten, dass quer durch alle Gartenanlagen eine ca. 10m breite Baustraße für schweres Gerät angelegt werden müsste. Das Baugerät müsste aufwändig von der Straße hinter die Häuserfront gebracht werden. Die beeinträchtigten privaten Anlagen würden nach Abschluss der Bautätigkeit wieder hergestellt oder finanziell abgegolten. Vorteile wären, dass der Neubau eine lange Haltbarkeit (über 80 Jahre) hätte und alle Kanalanschlüsse im Prinzip erhalten sowie mit geringem Mehraufwand erneuert werden könnten. 
  • Entflechtung mit Erneuerung oder Sanierung des Bärenbach-Kanals und Neuverlegung des Abwasserkanals in die Marktstraße. Auch hier wären umfangreiche Baumaßnahmen in den Gärten erforderlich. Zudem müssten die Hausanschlüsse zur Straße hin umgelegt werden. Dies hätte zum Teil massive private Baumaßnahmen in den Häusern zur Folge, auch mit der Installation von Hebeanlagen, da das Kanalniveau teilweise über dem untersten Stockwerk liegt. Diese Kanalbaumaßnahme könnte der ZKE zügig durchführen. 
  • Sanierung des Abwasserrohres mit punktueller Erneuerung an besonders stark beschädigten Stellen. In dieser Variante ist die Entflechtung nachrangig. Der Bärenbach könnte ggf. über ein später zu verlegendes Rohr in der Karlstraße um das betroffene Gebiet herumgeführt werden. Diese Variante ist bezüglich der Grundstückbesitzer minimalinvasiv, da nur an wenigen Stellen der Kanal geöffnet werden müsste, um eine Kunststoffverkleidung einzuführen und ihn an zwei Stellen zu erneuern. Die Haltbarkeit wird mit ca. 40 Jahren kalkuliert. Das Baugerät könnte ggf. mit einem Kran über die Häuser gehieft werden. 

Der untere Kanalverlauf könnte überwiegend saniert werden, die Entflechtung lässt sich über vorhandene Rohre realisieren. 

Unter den Anwesenden herrschte eine große Zustimmung zur letztgenannten Sanierungsmethode vor. Am Ende betonte Herr Becker, dass eine Festlegung auf eine Bauvariante noch nicht gefallen ist, das Bürgervotum aber mit in den Entscheidungsprozess einfließt. Es stünden noch weitere technische und finanzielle Abwägungen im Raum. Der ZKE wird nun in Einzelgesprächen mit den Anliegern in Gestattungsverhandlungen eintreten. Die Baumaßnahmen sollen nun aber schnellst möglich durchgeführt werden. Baubeginn für die Kanalerneuerung in den Nebenstraßen könnte 2019 sein. Im Anschluss an die Kanalbauarbeiten sollen dann endlich auch die schon lange überfälligen Straßenrenovierungsarbeiten folgen.

DB Netz AG zur geplanten Errichtung von Lärmschutzwänden in Saarbrücken

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NACHTRAG 01.07.18: 

Mittlerweile hat die Landeshauptstadt die Informationen der DB AG auf ihrer Webseite zur Verfügung gestellt. Die Präsentation (mit Angabe der Förderbedingungen für Lärmschutzmaßnahmen von Wohnungseigentümern) sowie die detaillierten Pläne der Standorte von Lärmschutzwänden befindet sich unter:

http://www.saarbruecken.de/leben_in_saarbruecken/umwelt_und_klima/laerm/laermschutzwaende_der_db_netz_ag

Die Pläne Herrensohr betreffend sind in Anlage 3.3.3 und 3.3.4 zu den Lageplänen dargestellt.

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Am 22. Mai 2018 hatte die DB Netz AG  zu einer Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus nach Dudweiler geladen. Auch die betroffenen Haushalte aus Herrensohr hatten eine Einladung erhalten.

Aus der Einladung war zu entnehmen, dass die Bahnstrecken zwischen Saarbrücken und Bingen, Saarbrücken und Homburg sowie Saarbrücken und Karthaus in das „Lärm-sanierungsprogramm an Schienenwegen des Bundes“ aufgenommen wurden. Seit 1999 wendet der Bund  in diesem Programm erhebliche finanzielle Mittel zur Verbesserung des Lärmschutzes an stark befahrenen Bahnstrecken auf. Auch in Saarbrücken mit seinen Stadtteilen Dudweiler, Jägersfreude, Herrensohr, Scheidt, Schafbrücke, Eschberg, St. Johann, Malstatt, Burbach und Altenkessel wird damit ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung des Wohnumfeldes geleistet. Mit der Umsetzung dieses Programms ist die DB Netz AG Karlsruhe betraut worden.

Die Lärmsanierung ist eine freiwillige Leistung des Bundes, es besteht kein Rechtsanspruch auf die Durchführung. Im Rahmen dieses Programms werden aktive Lärmschutzmaßnahmen (wie Schallschutzwände) und passive Maßnahmen (wie Schallschutzfenster) gefördert.

Welche Maßnahmen in Saarbrücken und den Ortsteilen förderfähig sind, wurde in einer schalltechnischen Untersuchung ermittelt, deren Ergebnisse nunmehr vorliegen.

Kriterien für die Lärmsanierung sind unter anderem, dass in Wohngebieten können bei Überschreitung der Immissionspegel von 67 dB(A) am Tag bzw. 57 dB(A) in der Nacht Lärmschutzmaßnahmen gefördert werden.

Im Bereich Herrensohr ist die Errichtung von Lärmschutzwänden entlang der Schienenstrecke geplant.. Gebäude die nach der Errichtung der Wand immer noch über den Grenzwerten liegen werden, können zusätzlich Hilfen für Maßnahmen, wie z.B. Schallschutzfenster erhalten. Der Eigenanteil an den passiven Maßnahmen beträgt 25%, 75% trägt der Bund.)

Wenn Sie feststellen wollen, ob Ihr Gebäude betroffen ist, können Sie sich an die Mailadresse 

laermsanierung@deutschebahn.com oder 

sabine.weiler@deutschebahn.com 

Wenden, um für Ihr Gebäude die Pegeltabelle und den Lageplan zur Feststellung der förderfähigen Fassadenseiten anzufordern. Betroffene Eigentümer werden im Zuge der Maßnahme aber auch direkt angeschrieben. Wenn Sie zustimmen, wird Sie ein Gutachter aufsuchen, der Ihnen die möglichen Maßnahmen erläutert. Dieses Gutachten ist für Sie kostenfrei.

Der früheste Baubeginn für die Lärmschutzwand ist 2022. Dies hängt mit den weiteren Planungsabschnitten zusammen. Für die technische Planung sind 1-2 Jahre, für das Planfeststellungsverfahren 2-4 Jahre, Bauausschreibung und Vergabe jeweils ein halbes Jahr, Bauvorbereitung und -ausführung benötigen ebenfalls jeweils ein halbes Jahr.